Die Krise ist vorbei!

Verfasst am 05.12.2009 von

Ja! Es ist ein Aufschwung da. Doch dieser Aufschwung wird sich für viele Menschen wie eine Krise anfühlen.

Die vielen Kommentare auf meinem letzten Blök haben mich motiviert, die Geschichte vom Andersein zügig fortzuschreiben. Herzlichen Dank an Alle und viel Vergnügen beim Lesen und Kommentieren…

Freitag, 27. November 2009, 9.30 Uhr, WirtschaftsTag der IHK Fulda:

Der IHK-Präsi hat endlich fertig. Wahrscheinlich ist er selbst froh, das seine Rede nun zu Ende ist. Er hat natürlich auch einen Scheiss-Job. Und das im doppelten Sinn. Als Funktionär muss er zu einer Zeit ans Mikro, wo sich jeder erst einmal määhr oder weniger häuslich einrichtet. Und ich sogar noch einen Platz suche! Da hast du ganz andere Probleme, als den üblichen Floskeln zuzuhören. Der erste Redner müsste etwas Unerwartetes tun. Dann würden alle hinglotzen statt die Teilnehmerliste (wo ich dummerweise ja gar nicht drinstehe, obwohl ich der einzige Gastronom (!!) unter 430 Unternehmern bin) zu studieren. Als nächstes kommt der IHK-VizePräsi auf die Bühne. Der moderiert schon seit Jahren diesen Wirtschaftstag. Bereits 2006 habe ich einen persönlichen Brief an die PR-Abteilung der IHK geschrieben, weil ich seine Moderation unterirdisch fand. Sie ist es nach wie vor. IHK-VizePräsis sind scheinbar nicht lernfähig. Auch heute muss der Moderator selbst die Referentennamen vom Programmheft ablesen. Und auch den Werdegang der Referenten. Dieses Heft liegt auch vor mir und ich kann l e s e n! Peinlich!

Und dann kommt endlich der erste und beste Referent des Tages: Pro. Dr. Hans-Werner Sinn vom Ifo-Institut in München. Sein Vortrag machte wirklich Sinn! Er brachte die Sache mit dem ersten Satz auf den Punkt. Und danach hätte man heimgehen können. Denn dieser eine Satz rückt die jetzige Wirtschaftssituation ins rechte Licht: „Die Krise ist vorbei! Es ist ein Aufschwung da! – allerdings wird sich dieser Aufschwung für viele Menschen wie eine Krise anfühlen!“

Der Prof. Dr. aus München erklärte uns sehr einleuchtend die Entstehung der größten Wirtschaftskrise nach dem 2. Weltkrieg. Und die Schuldigen dafür hat er auch schnell ausgemacht: Nämlich WIR! Ich liebe solch spannende und fundierte Vorträge. Als der Referent schon  mehr als 30 Minuten überzogen hat, werde wahrscheinlich nicht nur ich nervös. Ich bin jetzt davon überzeugt, das der noch bis 17 Uhr weiterredet und die anderen Referenten – allesamt schon in der 1. Reihe anwesend – überhaupt nicht määhr gebraucht werden. Aber dann – nach 1.39.59 Stunden hört er doch noch plötzlich auf. Jetzt kommt auch der Moderator auf die Bühne – mindestens 30 Minuten zu spät…

Zügig soll jetzt der nächste Redner-Kandidat ran. Auf den bin ich schon sehr gespannt. Der Prinz zu Lippe ist mittlerweile Chef des größten Weinguts in Ostdeutschland, Gut und Schloß Proschwitz oberhalb von Meissen. Er soll uns erzählen, wie der Phönix aus der Asche entstand. Doch jetzt beginnt das leidige Problem. Name:

P O W E R   P  O I N T!

Eine sehr attraktive Mitzwanzigerin mit unendlich langen Beinen betritt im engen dunkelblauen Kostüm die Bühne. Ihre langen blonden Haare bieten einen erotischen Kontrast zum wertkonservativen Kleidungsstück. Sie ist scheinbar für die (Präsentations)Technik zuständig. Und ihre Performance ist wirklich nicht schlecht. Jetzt weiß ich: Es war die beste Entscheidung des Tages, mich ganz frech in die dritte Reihe zu setzen. Großes Kino!  Der alte sowie der neue Redner stehen noch und schon auf der Bühne und haben wahrlich bessere Aussichten als ich, als die hübsche Power Point-Assistentin bückenderweise versucht, die neue Präsentation zu öffnen. Auch der Moderator will nicht von der Bühne – ich kann das als Mann natürlich verstehen. Sekunden werden zu Minuten, Minuten zu Viertelstunden. Nichts geht. Höchstens irgendwoanders… Da ist eben Power-Point. Sch… Technik. Der Moderator versucht nun, mit seichten Sprüchen die Zeit zu überbrücken. Irgendjemand im Orga-Team hat dann eine geniale Idee: Wir ziehen einfach die Kaffeepause um eine Stunde vor! Wenn Power Point nicht will, dann muss eben so eine Hotelcrew funktionieren. Klar doch! Wir sind doch in der Gastronomie immer am A…

Was danach kommt, ist wirklich oberspannend. Und sehr lehrreich. Ein irrer Tag – im wahrsten Sinne des Wortes. Aber ich mache jetzt auch mal Pause. Ohne langbeinige Blondine.

Aber: Fortsetzung folgt. Garantiert! 

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