Frauenpower mit KUSS

Verfasst am 28.02.2026 von

Montag, 2. Februar 2026, Punkt 12 Uhr. Mein Apfelwinzer-Bus springt nicht an. Auch nicht im zweiten Versuch. Und ich habe absolut keine Lust, den ADAC anzurufen. Weil die beim letzten Mal sehr ungehobelt waren. Sowohl am Telefon als auch bei der Pannenhilfe. Und heute ist auch noch Montag. Da haben die beim ADAC ja erst recht schlechte Laune, denke ich. Doch jetzt komme ich nicht umhin. Und es sollte ganz anders kommen…

Die Dame am Telefon ist freundlich und geduldig mit mir. Als ich Details des Fahrzeugscheins vorlesen soll, scheitert dies natürlich nicht an meiner Sehkraft, sondern am viel zu kleinem Amtsgedrucktem. Ich sage zu ihr am Telefon: „Moment, ich rufe mal meine Betreuerin!“ Sie lacht. Und ich denke mir: „Für was habe ich denn eine Prokuristin?“ Am Ende des Telefonats verabschiede ich die Dame mit den Worten: „Das hat echt Spaß gemacht, mit Ihnen.“ Sie antwortet: „Das ging mir absolut genauso.“ Man lacht und wünscht sich einen schönen Tag. Geht doch, lieber Jürgen und lieber ADAC. Könnte ja doch noch ein Match werden.

Das nächste Telefonat wird unlustig. Vodafone hat mich beschissen. Aber ich komme aus der Nummer nicht raus. Alle haben Verständnis, nur ändern tut niemend was. Neue Welt. Während ich noch telefoniere, fährt das gelbe Auto vorne vor. Ich schicke meine Betreuerin und Prokuristin Imme in die Rhöner Kälte. Denn das ADAC-Auto wird auf dem hinteren Hotelparkplatz gebraucht. Als sie zurück kommt, sagt sie nur: „Mann, hast du heute ein Glück! Es ist eine Frau.“ O.k., denke ich, besser als der schlechtgelaunte Typ beim letzten Mal.

Die Pannenhilfe fährt vor, und eine junge Frau mit sympathischen Lächeln steigt aus. Ich entschuldige mich dafür, dass ich wegen Vodafone nicht ans Telefon gehen konnte (den Satz muss man nochmal lesen, haha) und sie fragt mich, warum das Auto nicht anspringt. Ich: „Wollen Sie es nicht gleich mal selbst probieren?“ (machen beim ADAC die meisten Männer ungefragt) Sie: „Nein. Erzählen Sie doch mal!“ Und übt sich in Geduld. Ich schaue Sie an und denke: „Wow. So cool. Beste Frau.“ Mit viel Geduld erklärt Sie mir, nachdem die Starthilfe bei zweiten Versuch funktioniert hat, wie ich das in Zukunft mit meinem Booster selbst lösen kann. Nachdem alle Formalitäten erledigt sind, biete ich ihr einen Kaffee an. Sie lehnt freundlich lächelnd ab: „Danke, ganz lieb. Ich hatte vorhin schon einen Kaffee. Ich denke: „Klaro, jeder Typ bietet dieser Frau einen Kaffee an, sogar die Typinnen.“ Sie fragt mich, ob sie die Toiletten hier benutzen darf. Ich zeige ihr den Weg. Und damit trennen sich unsere Wege. Leider.

Als ich wieder im Büro sitze, kommt meine Mitarbeiterin Heike zu mir und sagt, dass sich eine junge Frau bei mir verabschieden will. Hammer! Das passt zu ihrem ganzen Auftreten. Ich könnte sie abknutschen. Aber das geht ja nicht. Mutig greife ich nach einer Flasche KUSS, die immer an der Rezeption steht. Ich überreiche sie ihr mit den Worten: „Darf ich Ihnen einen KUSS geben?“ Sie lächelt. und ist so souverän wie in ihrem Job. Sie freut sich, bedankt sich bei mir. Und geht. Für immer?

Merke: Du solltest immer (ob Frau oder Mann) eine Flasche KUSS in petto haben. Origineller kann man nicht DANKE sagen (den DANKE gibts natürlich auch). Und DANKE sagt man eh immer viel zu selten. Stimmts?

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