Messen für Trinker

Verfasst am 16.03.2009 von

Eigentlilch wollte ich heute über die ITB in Berlin schreiben. Denn die internationale Trinker-Börse (oder wie hieß sie nochmal?) ist gerade zu Ende gegangen. Viele glauben ja tatsächlich noch, dass diese Veranstaltung auch etwas mit Tourismus zu tun hat…

Tatsache ist, dass dort im fernen Berlin schon sehr viel Alkohol getrunken wird. Besonders Abends auf diversen Standpartys. Ein Fall für unsere Drogenbeauftragte Sabine Bätzting ? Politiker sind dort jedenfalls sehr häufig anzutreffen. Ob sie nun Ahnung vom Tourismus haben, oder nicht. Durst haben sie jedenfalls alle.

Ich gehe schon seit einiger Zeit nicht määhr nach Berlin zur Tourismusbörse. In den wilden 90er Jahren war aber auch ich jedes Jahr dort. Einmal mit dem kleinsten Stand, den es je dort gegeben hat. Es waren gerade einmal 1,5 qm. Oft als Besucher (ja, ich gebe es zu: Ich war auch solch ein Freibiergesicht auf diesen Abendfeierlichkeiten. Ist aber lange her und viele, mit denen ich getrunken habe sind längst tot, die Zahl der Zeugen dünnt sich also Jahr für Jahr aus…). Aber am nächsten Morgen war ich wieder nüchtern genug um festzustellen, dass die Motivation und die Straffung der Gesichtshaut (inkl. Gesichtsfarbe) Tag für Tag beim Standpersonal deutlich zu wünschen übrig lässt. Ganz schlimm ist es am letzten Tag. Einige können sich dann kaum määhr von den Stühlen erheben – so fertig sind sie vom Messestress.

Die Tagespresse berichtet dann (bundesweit) immer schön brav vom Besuch der Lokalpolitik am Stand. Warum müssen eigentlich immer mindestens 5 Lokalpolitiker pro Landkreis oder Stadt auf Kosten der Steuerzahler nach Berlin reisen? Hat jemals einer ausgerechnet, wieviel Leute sich alleine nur „dienstlich“ nach Berlin begeben? Ich glaube mittlerweile, die besuchen sich alle selbst. Dieses Jahr stand in meiner Lokalzeitung, das sich ein Fuldaer Stadtverordneter doch tatsächlich über die Standgestaltung negativ geäußert hat. Das wundert mich insgeheim nicht. Denn die hat sich auch tatsächlich seit den 90er Jahren nicht verändert. Wundern tut mich nur, das es jemandem endlich einmal auffällt.  Mal sehen, nach wieviel ITB-Besuchen auch der Herr Stadtverordnete das nicht määhr sieht.

Fazit: Ich bin der festen Überzeugung, das nur eine Organisation die ITB wirklich braucht: Das ist die Berliner Messegesellschaft. Alle anderen geben ein Schweinegeld aus, um ihre Region oder ihr Land dort zu präsentieren. Das steht schon lange in keinem gesunden Verhältnis Kosten/Nutzen määhr. Denn die ITB fängt schon Wochen und Monate früher an. Viele bereiten sich generalstabsmäßig darauf vor. Und für einige ist es ein Jahresprojekt.  Andere wichtigere Arbeiten in der Region bleiben dafür liegen. Basisarbeit unterbleibt konsequent. Keine Zeit! Keine personellen Ressourcen! Viele Organisationen, die Geld vom Staat bekommen, müssen sich für dieses Messe-Showdown regelrecht aufhübschen. Und auch manchmal ein paar Zahlen manipulieren. Es ist unfassbar.

Dann ist es doch besser, man geht gleich auf eine Veranstaltung, auf der sich alles um die (hessische) Trinkkultur dreht: Am Sonntag war die Premiere von „Apfelwein im Römer“. Veranstaltungsort: Der historische Kaisersaal im Frankfurter Römer. Und diese Messe war echt grandios. Über hundert fantastische Apfelweine aus aller Welt in einem tollen Ambiente. Und meine Azubine Chrisi und ich mit unserem ApfelSherry mittendrin.  Dort haben wir määhr erreicht als auf jeder ITB. Das bleibt aber unter uns…

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