Alles auf Null

Verfasst am 11.08.2013 von

Die Sommerferien sind für uns Krenzers eine familienintensive Zeit. Sechs (6!) Wochen stehen die Kinder im Mittelpunkt. Und nicht der Betrieb. Doch nicht jeder versteht das. Verständlich. Oder? Oder auch nicht?!

Wenn Kinderaugen strahlen wie diese hier von unserer jüngsten Tochter Maxine – dann sind Sommerferien! Und Papa und Mama haben endlich mal Zeit. Viel Zeit. Richtig viel Zeit.

Wenn man das ganze Jahr über begeisterter Dienstleister ist dann muß man auch mal den Stecker ziehen. Und das nicht nur für eine Woche. Das ganze Jahr über fragen mich unsere Gäste „Und wann machen Sie mal Urlaub, Herr Krenzer?“ Also, die fragen erst gar nicht wo Urlaub gemacht wird. Sondern ob überhaupt. Zweifeln wahrscheinlich daran, das sich ein Gastgeber für so was Zeit nimmt. Oder überhaupt nehmen kann. Ich habe in den vergangen 5 Wochen sehr viel gelernt. Vor allen Dingen zum Thema Dienstleistung. Und zur neuen Gelassenheit. Die ich für uns jetzt einfach mal neu erfunden habe…

Sonntag, 7. Juli 2013, 15 Uhr: Genau da habe ich dieses Bild gemacht. Unsere erste Urlaubsstunde. In der Fränkischen Schweiz. Ich bin schon ziemlich k.o. . Die letzten Wochen und Monate waren spannend – aber auch seeehr anstrengend. Zum Schluß kommt alles geballt. Und dann schiesst man sich urlaubsreif. Juhuuu! Das Abschalten fällt jetzt im Moment schwer. Da helfen auch zwei, drei Zwickel-Biere der Brauerei Reichold nicht viel. Kann gar nicht glauben, das jetzt eine 6wöchige AusZeit beginnt. Aber erst nach 14 Tagen bin ich „abgeschaltet“. Zwischendurch gehts wieder mal heim und der Rhönschaf-Halbmarathon wird organisiert und absolviert. Unsere Mitarbeiter haben den Laden top im Griff. In Woche 3 tut mir nach dem Halbmarathon alles weh – bin ja wegen „Achilles“ schon knapp 9 Monate nicht mehr gelaufen. Hatte ich irgendwie schon verdrängt.  Für einen Halbmarathon aus dem Stand muß man eben büßen. Mit den Kindern unternehmen wir weiterhin viel – der Gewittertag auf dem Kreuzberg ist eines von vielen Highlights. Einfach mal nichts tun. Und dem Wetter zuschauen. Das isses!

Samstag, 3. August 2013, 2.30 Uhr: Sylvi und ich sind von einem einwöchigen Schottland-Trip wieder zurück. Gemeinsam mit einem kleinen Filmteam besuchten wir Destillen und Küfereien. Kaufen neue alte Fässer und drehten unseren 2. Teil der ApfelSherry-Trilogie. Es war eine tolle Woche. Eigentlich eine Arbeitswoche. Aber was heißt eigentlich Arbeitswoche wenn man gerne arbeitet? Sehr gerne sogar. Die Kinder waren eine mit Oma und Opa unterwegs. Das gefällt ihnen meist noch besser als mit Mama und Papa…

Sonntag, 11. August 2013, 15.58 Uhr: Ich sitze auf meiner Obstwiese und schreibe diese Zeilen. Klar, ich habe am Wochenende hier mitgearbeitet. Mich um meine Wiese und um meine Genuss-Wandergäste gekümmert. Und am Abend mein ApfelSherry-Theater geöffnet. Mit viel Freude. Und Gelassenheit. Weil nicht nur ich, sondern auch meine Frau die Maschine mal gedrosselt haben. Wir im Sommer sehr gelassen sind. Und merkwürdigerweise auch genauso gelassene Gäste haben. Unglaublich! Das macht so viel Spaß. Noch mehr Spaß auf Arbeit? Geht ja eigentlich gar nicht.

Aber leider habe ich in den letzten Wochen auch andere Dienstleister gesehen. Solche, die schon langsam beginnen Gäste zu hassen. Weil sie selbst überlastet sind. Sich selbst ausbeuten. Wahrscheinlich noch nicht einmal das Finanzamt an dieser Ausbeutung beteiligen. Glücklich schauten diese Chefs (und ihre Mitarbeiter) nicht immer drein. Schade!Das ist alles normal. Man muß den Zähler einfach wieder mal auf Null stellen. Dann macht das viel mehr Spaß. Denn: Nicht Geld ist der Luxus unserer Zeit – sondern Zeit ist der neue Luxus.

Aber es gibt auch jede Menge Ausnahmen: Zum Beispiel die St. Urban-Weinstuben von Ralph Neuhauser in Volkach. Ich habe in meiner Aus-Zeit ein wunderbares Zitat gelesen. Was auch wunderbar in unsere Tourismus-, Gastronomie- und Hotellandschaft passt: „Wir sind lieber 1% überm Durchschnitt als 1% hinter der Spitze!“ Dazu aber später mehr. Muss gerade mal den Blök unterbrechen. Mein Team braucht nämlich mal kurz meine Hilfe:

Uiuiui: Zwei Jungs von Hausgästen haben gerade am Papierkorb in den öffentlichen Toiletten gezündelt. Zum Glück schreiten andere Hausgäste ein und bringen das Papier ins Freie. Gerade noch rechtzeitig. Ich übergebe die beiden Jungs den Eltern. Die wollen mal mit den Kleinen reden. REDEN? Erlebnis-Hotelier-Alltag. Er hat mich wieder. Allerdings wäre fast wirklich ALLES wieder auf Null gewesen. Aber eben nur fast…

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