Achtung, un-studierter Bierfahrer!

Verfasst am 06.03.2009 von

Mit dem Journalisten und Landwirt Georg Miller bin ich gerade in den letzten Zügen der Fertigstellung unseres Buches „Von der Schnitzel-Wirtschaft zum Rhönschaf-Hotel“. Es  wird am 17. März erscheinen! Und Georg kämpft gerade mit der Verlagsgrafikerin um ein gutes Layout. Leider macht die studierte Grafikerin (O-Ton Georg) nicht das, was der unstudierte Kreativling Miller will.Er ist mit den Nerven fertig und stinksauer. Aus seinem Kühlschrank im weit entfernten Allgäu holt er sich zur Frustbewältigung eine Flasche Meckatzer Weißgold und ruft mich an. Er erzählt mir folgende Geschichte:

Während meiner Studienzeit verbesserte ich mein Einkommen in einer kleinen Brauerei. Ich durfte als Copilot eines äußerst rustikalen Bierfahrers am Tag so ca. 600 bis 800 Bierkästen auf und abladen. Der Chef des Bierfahrers war ein ehemaliger Lehrer, der den Betrieb von seinen Eltern geerbt hatte.

Dieser Brauerei-Chef hat die schlechte Angewohnheit, dass er mindestens dreimal in der Woche auf dem Brauereihof steht, und seine Mitarbeiter wild gestikulierend mit exakten Arbeitsanweisungen maletriert. Eines Tages platzt meinem Bierpiloten der Kragen. Sein Chef, der ehemalige Lehrer,  versucht gerade, ihm etwas zu erklären: Wie er seine nächste Fuhre zu beladen hat. Daraufhin entgegnet er seinem Chef im harschen Ton: „So en Scheiß! Du hoscht doch gor keine Ahnung, wie man so‘n Lkw belädt! Du bischt doch de ganze Tach im Büro!“

Mit dieser Antwort hatte der Brauereibesitzer sichtlich nicht gerechnet. Erst Sekunden später lief sein Gesicht knallrot an und er antwort mit zwei legendären Sätzen, die ich bis heute (knapp 20 Jahre später) immer noch nicht vergessen habe:

„Das kann man mit mir nicht machen! Ich habe doch schließlich studiert!!“

Soweit Georgs Eindrücke aus seiner glorreichen Bierfahrer-Karriere. Wie denken Sie darüber?

Manche Dinge im Leben sind wirklich so einfach. Und werden gerade deshalb verkompliziert, weil irgendjemand ein langes Studium absolviert hat. Und damit wahrscheinlich die Rechtfertigung benötigt, dass er dieses, genau dieses Thema so lange bearbeitet hat. Da kann doch eine Lösung nicht so einfach sein.

Ergo: Bleiben Sie einfach, auch wenn Sie studiert haben!

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